Bärlauchrisotto mit Kirschtomaten

Bärlauch-Risotto

Und schon wieder bin ich farblich in Italien gelandet. Aber nicht nur farblich… Ich bedanke mich bei unseren italienischen Freunden für einen der italienischen Klassiker: Risotto. Grazie! Ich liebe das Reisgericht in jeglichen Varianten. Es ist relativ leicht gemacht, folgt immer einem Grundschema und lässt sich dann so vielfältig nach Belieben variieren. Da gerade noch Bärlauch-Saison ist, ist dies eine wunderbare Gelegenheit, eine Risotto-Variante mit diesem grünen Geschmackswunder zu zaubern.

Dieses Risottorezept ist aus meiner Lieblings-Kochzeitschrift „Lust auf Genuss“, bei der sich in der Märzausgabe alles rund um das vielfältige Reiskorn gedreht hat. Ich habe es nur ein klein wenig abgewandelt, da ich gut und gerne auf 2 EL halbsteif geschlagene Sahne in meinem Risotto verzichten kann. Aber wer mag, kann das zum Schluss natürlich auch noch dazugeben. Außerdem wollte ich für die Kirschtomaten nicht extra den Backofen bemühen, daher habe ich sie einfach kurz in die Pfanne gehauen.

Ansonsten ist das Rezept wie jedes Risotto relativ leicht gemacht: anschwitzen, mit Wein ablöschen und immer wieder unter Rühren Brühe zugeben, bis der Reis die Flüssigkeit aufgesogen hat und schließlich eine sämige Konsistenz entsteht. Es ist wirklich nicht schwer wenn man sich an den Vorgang hält. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Wichtig ist, dass ihr wirklich Risotto-Reis verwendet. Die bekanntesten Sorten für Risotto sind Arborio, Vialone und Carnaroli Grundsätzlich geht auch anderer Rundkornreis wie Milchreis. Langkornreis-Sorten sind für Risotto nicht wirklich geeignet, da sie bissfest gegart zu wenig Stärke freisetzen, die jedoch für die sämige Konsistenz verantwortlich ist.

Übrigens, bitte macht euch selber eine Freude und verwendet den Käse am Stück um ihn selber zu reiben. Fertig geriebener Parmesankäse hat geschmacklich wirklich nicht mehr viel mit einem frisch geriebenen Parmesan zu tun! Ich verwende ganz gerne in meinen Gerichten immer halb Parmesan (Kuhmilch) und halb Pecorino (Schafmilch). Die Kombination von beiden italienischen Hartkäse-Sorten ist einfach super lecker! Ich muss immer gleich etwas mehr Käse reiben als auf den Rezepten steht, denn ein Teil des frisch gerieben Käses wandert auf direktem Wege in meinen Mund 😉

Der Bärlauch gibt dem Risotto eine unglaublich leckere frische Schärfe und Knoblauch-ähnliche Note, die mit den fruchtigen Kirschtomaten ganz toll harmoniert. Wer Bärlauch noch nie gegessen hat, dem kann ich nur empfehlen es zu probieren. Man könnte meinen man verspeist Knoblauch, nur dass das Aroma wesentlich feiner ist. Kein Wunder, schließlich ist die Pflanzengattung von Bärlauch auch mit der von Knoblauch verwandt und wird nicht umsonst Knoblauchspinat oder wilder Knoblauch genannt. Aufgrund seiner überwiegend schwefelartigen ätherischen Öle wirkt er sich sehr positiv auf Stoffwechsel, Verdauung, Darm, Magen, Leber, Galle sowie Atemwege aus und ist auch hilfreich bei Bluthochdruck, Arteriosklerose und einem erhöhten Cholesterinspiegel.

Durch den Reis hat ein Risotto selbstverständlich eine ordentliche Bilanz an Kohlenhydraten. Um ein wenig auf seinen Energiehaushalt und den Stoffwechsel zu achten, ist es daher eigentlich ein wunderbares Mittagessen. Aber Ausnahmen bestätigen ja die Regel und machen das Leben doch umso schöner 🙂 Und da ich ja versuche abends nicht mehr so viele Kohlenhydrate zu mir zunehmen, gab es das Risotto dann neulich an meinem Genuss-Kohlehydrat-Abend, den ich mir voller Freude auf jeden Fall einmal die Woche gönne.

Und jetzt los, nutzt noch ganz schnell die Bärlauch-Saison bis Ende Mai, bevor ihr euch wieder ein Jahr gedulden müsst. Nicht vergessen: Rühren! 😉
So lecker!

Bärlauch-Risotto_COLLAGE

Zutaten für 4 Portionen:
50 g Bärlauch
50 g weiche Butter
2 Schalotten
4 EL Olivenöl
300 g Risotto-Reis
100 ml Weißwein
800-900 ml Gemüsebrühe
250 g Kirschtomaten (evtl. an der Rispe)
50 g ital. Hartkäse (z.B. Parmesan oder Pecorino)
Salz und Pfeffer
optional: Chiliflocken

Bärlauch putzen, waschen und trocken schütteln. Ein paar Blätter für die Deko beiseite nehmen. Den restlichen Bärlauch grob zerkleinern und mit der weichen Butter in einem hohen Gefäß zu einer Paste pürieren (ein Pürierstab wäre hier ganz hilfreich). Anschließend kalt stellen.

Schalotten abziehen, würfeln und mit 2 EL Olivenöl in einem Topf andünsten. Reis hinzufügen und kurz mitdünsten, so dass die Reiskörner leicht glasig werden. Mit Wein ablöschen. Sobald der Wein fast ganz verkocht ist etwa ein Viertel der noch warmen Brühe zugießen und bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis der Reis die Flüssigkeit aufgesogen hat. Dabei immer mal wieder umrühren. Sobald der Reis die Brühe fast komplett aufgesogen hat, wieder einen Teil der Brühe zugießen. Diesen Vorgang wiederholen bis die Brühe aufgebraucht und der Reis gar ist – das dauert ca. 20 Minuten. Regelmäßiges Umrühren nicht vergessen! Der Reis soll zwar gar sein, aber wenn möglich noch etwas Biss haben. Am besten ihr probiert ab und zu mal wie die Konsistenz des Reises ist. Gegenfalls noch etwas Brühe oder Wasser zusätzlich nachgießen.

In der Zwischenzeit die Kirschtomaten waschen und mit dem restlichen Olivenöl in einer beschichten Pfanne kurz anbraten, die Hitze zurückschalten und nach Gusto etwas schmoren lassen (am besten mit geschlossenem Deckel).

Die übriggebliebenen Bärlauchblätter in Streifen schneiden. Den Käse fein reiben und sobald der Reis gar ist, den geriebenen Käse und die kalte Bärlauch-Butter unterrühren. Risotto mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer mag gibt noch ein paar Chiliflocken dazu.

Das Risotto in tiefe Teller verteilen, die Kirschtomaten darauflegen und nach Belieben noch etwas Käse darüberhobeln. Mit den Bärlauchstreifen dekorieren und servieren.

TIPP: Verwendet sowohl Parmesan als auch Pecorino zu gleichen Teilen, die Kombination ist unglaublich gut!

Bon Appétit!

Das Rezept als PDF zum Download und Ausdrucken findet ihr hier.

green. smart. delicious!

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